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Veranstaltungsplan:     Personal / Organisation

Die Unternehmensgruppe Fischer wurde 1948 vom Erfinder Artur Fischer als kleiner Werkstattbetrieb im Schwarzwald gegründet. Ende der siebziger Jahre drängte sich dem Inhaber der mittlerweile zur A. Fischer GmbH & Co. KG mit fast 1.000 Mitarbeitern gewachsenen Firma immer mehr die Erkenntnis auf, dass er mit seinen vielen Produkten - vom Nylondübel über Baukästen bis zu Ablagesystemen - sehr unterschiedliche Märkte und Kunden bediente. Weil das Unternehmen noch immer wie ein Handwerksbetrieb organisiert war, wurde es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Alle Fäden liefen auf den Inhaber und einige enge Mitarbeiter der 'ersten Stunde' zu. Dieses zentralistische Ein-Mann-Modell stieß immer häufiger an seine Grenzen: Abstimmungsprobleme, Prioritätskonflikte, zu wenig Entscheidungsfreiräume etc.

Mit dem Eintritt des Sohnes des Inhabers 1980 in die Geschäftsführung wurde das Unternehmen gesellschaftsrechtlich zweigeteilt: Auf die 'Fischerwerke' entfallen sämtliche Inlandsaktivitäten; die 'Fischer International' ist für die Produktions- und Vertriebsstätten im Ausland zuständig. Organisatorisch wurde das Unternehmen in vier Sparten untergliedert: 1. Befestigungstechnik, 2. Konstruktionsbaukästen, 3. Technischer Modellbau und 4. Aufbewahrungssysteme. Die Spartenbildung sollte in erster Linie ein Weg sein, den stark unterschiedlichen Märkten und Kundenkreisen besser gerecht zu werden. Sie bedeutete auch eine Dezentralisation wesentlicher Entscheidungen und eine Verselbständigung der mittleren Führungskräfte.

Inzwischen hat sich die Unternehmensgruppe mit 19 Zweigwerken und Niederlassungen in allen Erdteilen stark internationalisiert. Als neue Sparte wurde die 'Fischer Automative Systems' entwickelt, die Aufbewahrungssysteme für den Auto-Innenraum entwickelt. Der Umsatz konnte seit 1980 verfünffacht werden (2002: 400 Mio. Euro).

In dem beispielhaften Fall geht es um die Reorganisation eines mittelständischen Unternehmens, insbesondere um die Entwicklung einer neuen Aufbauorganisation für die obere Führungsebene. Der Begriff der Aufbauorganisation beschäftigt sich mit der Beschaffenheit der statischen betrieblichen Kommunikationswege, Hierarchie- und Machtverhältnisse.

Es gibt in Unternehmen auch Organisationsprobleme ganz anderer Art: Häufig spielt die Beschaffenheit der tatsächlichen - dynamischen - betrieblichen Arbeitsprozesse eine Rolle. Und so sind wir bei Fragen der Ablauforganisation.

Mit der Lösung solcher Aufgaben beschäftigt sich eine Projektgruppe, die nach den Regeln des Projektmanagements funktioniert. Eine zentraler Punkt bei der Aufbauorganisation ist der Begriff der Stelle. Und damit rückt schließlich der Mitarbeiter in den Focus unserer Betrachtung und mit ihm (ihr) die Themen Personalplanung, -führung und -entwicklung.