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Veranstaltungsplan:     Existenzgründung

Als Theo und Karl Albrecht 1946 in den Tante-Emma-Laden der Eltern in Essen-Schonnebeck einstiegen, waren sie ausserhalb des Bergarbeiter-Viertels ein völlig unbeschriebenes Blatt. Heute kennt ihre Geschäfte jedes Kind: Mit Aldi machen die Brüder Milliarden. Eine Erfolgsstory ist das in der Tat und der Beweis, dass jeder Jungunternehmer einmal "klein" angefangen hat. Jill Sander, die von der Boutiquen-Besitzerin in Hamburg-Pöselsdorf zur Mode-Zarin mit Weltformat aufstieg, der zunächst verkannte Ingenieur Werner von Siemens, Theo Schöller, der aus einem Zweimann-Betrieb ein Lebensmittel-Imperium schuf ... alles Beispiele für erfolgreiche Selfmade-Frauen und Selfmade-Männer!

Was ist besser geeignet, die grundlegenden Inhalte aus der Betriebswirtschaftslehre vorzustellen als bei einer Existenzgründung. Sämtliche Begriffe wie Firma, Rechtsform, Unternehmensziele und Aufbauorganisation eines Unternehmens kommen hier zur praktischen Anwendung.

Der Unterricht stellt deshalb ein reales Beispiel einer Existenzgründung an den Anfang, um den Praxisbezug von ansonsten theoretischen Begriffen wie der der Kaufmannseigenschaft oder der Handelsregistereintragung herzustellen. Zudem wird im ersten Teil der Veranstaltung auf den Begriff der Sozialversicherung eingegangen, mit dem man schliesslich täglich konfrontiert ist, ohne es meist zu merken.

Handelt es sich bei der Existenzgründung um einen Produktionsbetrieb, spielen Begriffe wie beispielsweise Design oder Verpackung, also Teilaspekte aus der Produktpolitik, eine wichtige Rolle. Steht die Neugründung eines Dienstleistungsbetriebes an, dann geht es eher um Begriffe wie Kundenzufriedenheit. Und diese lässt sich durch Methoden der Primärforschung erfassen, womit man beim Begriff der Marktanalyse ist, also Fragen wie bspw. der Informationsbeschaffung. Oder wer weiss schon, dass man als Franchisenehmer von Benetton bei der Auswahl seines Standorts vorgerechnet bekommt, das einen jede Stufe vor dem Eingang zum Geschäft circa 15.000 Euro Jahresumsatz kostet?

Der Begriff des Franchising leitet über zur Absatzplanung als Teilbereich der Distributionspolitik, bei der das Franchising immer mehr in Mode gekommen ist, die "Mc"anisierung der Gesellschaft. Zum Marketing-Mix gehört auch die Kommunikationspolitik, speziell die Werbung. Und wer zählt schon aufmerksam die Anzahl der Werbebotschaften, mit den wir Verbraucher täglich konfrontiert werden und die mit circa 3.000 beziffert wird?

Und schlussendlich gehört zu einer Existenzgründung die Finanzplanung und damit Begriffe wie Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung und der Bilanz mit ihrer Gegenüberstellung von Kapitalverwendung und Kapitalbedarf.